Warum Resilienz und Lagom dich sicher durch die Krise bringen
- vor 2 Tagen
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Die schwierigste Zeit in unserem Leben ist die beste Gelegenheit, innere Stärke zu entwickeln.
-Dalai Lama
Kennst du das, wenn du im falschen Moment die Zeitungsapp öffnest oder einem Streitgespräch lauschst, und sich deine innere Ruhe schlagartig auflöst?
Wenn du in diesem Moment sämtliche Hoffnung in die Zukunft verlierst?
Wenn ich nicht bewusst gegensteuere, konsequent hinterfrage, was ich konsumiere, macht mir die Zukunft Angst.
Die Welt ist im Wandel. Und Veränderung bedeutet Umbruch.
Das zeigt sich im Grossen, in der wirtschaftlichen Unsicherheit, den politischen Spannungen – aber auch im Zwischenmenschlichen: Geduldsfäden werden kürzer, Reaktionen übertrieben emotional und radikal. Nachvollziehbar, wenn es scheint, dass alles auseinanderfällt, ist der Verteidigungsmodus naheliegend. Man will bewahren und beschützen, was noch vom vermeintlich Bekannten – und damit Sicheren – übrig ist.
So sehr man sich manchmal auch wünscht, dass etwas einfach bleibt, wie es ist: Das wird nicht geschehen. Alles ist im Fluss, Veränderung selbst ist die einzige Konstante, die wir haben.
Wie können wir zuversichtlich bleiben, wenn uns gefühlt ständig der Teppich unter den Füssen weggezogen wird?

Drei Wege, die nicht funktionieren
Einige, die ich kenne, wenden die Vogel-Strauss-Taktik an. Einfach nicht hinsehen, ignorieren.
Andere flüchten sich in eine optimistische Blase, setzen sich in andere Sphären ab, sagen, es sei universelles Schicksal.
Wieder andere befeuern die Negativspirale, gehen darin richtig auf. Werden zu vermeintlichen Experten und Untergangspropheten auf ihrem Gebiet, mit einer absolutistischen Haltung: So ist es und nicht anders.
Wie gehst du gerade mit dem Umbruch und der Unruhe in der Welt um?
Die ehrliche Antwort:
Es löst sich nicht, indem du dir Sorgen weg- oder schönredest. Auch das Aussen kannst du nicht beeinflussen.
Aber du kannst dich selbst wappnen, indem du die Fähigkeit aufbaust, die uns Menschen seit jeher trägt und überleben lässt – Resilienz.
Was Resilienz wirklich ist
Resilienz kommt vom lateinischen Verb resilire: abprallen, zurückspringen. Gemeint ist die Anpassungsfähigkeit – der Prozess, in dem wir auf Probleme und Veränderungen mit einer Anpassung unseres Verhaltens reagieren.
Oft wird missverstanden, dass man resilient sei oder eben nicht.
Aber es ist kein Charakterzug, sondern ein Muskel.
Jeder Mensch trägt Resilienz in sich, nur unterschiedlich stark ausgeprägt. Und ein Muskel lässt sich gezielt trainieren. Es bleibt kein Zufall, wie resilient du bist.

Warum Resilienz jetzt wichtiger ist als je zuvor
Wir werden heute mit mehr Reizen konfrontiert als jede Generation vor uns. Mehr Informationen, mehr Vergleichsmöglichkeiten, mehr Optionen, mehr Individualität – immer mehr und immer schneller. Wir hören nicht mehr nur vom Nachbardorf, sondern gleichzeitig aus der ganzen Welt.
Früher gab es äussere Sicherheitsnetze: enge Dorfgemeinschaften, klare Rollen, feste Rituale.
Diese Stützen sind kleiner geworden – ein Befreiungsschlag und gleichzeitig eine Herausforderung.
Was dir aber immer bleibt, ist die innere Stütze. Dein Band zu dir selbst. Und dieses Band ist jetzt mehr gefordert als je zuvor.
Resilienz ist kein wirtschaftliches Konzept für Krisenmanagement, sondern eine Grundvoraussetzung für ein zufriedenes Leben in dieser Zeit. Sie entscheidet, ob ein Rückschlag dich für Wochen aus der Bahn wirft – oder ob du ihn als das nimmst, was er ist: ein Teil des Weges, den du weitergehen kannst.

Meine eigene Antwort
Alle drei Reaktionen von vorhin kann ich mehr als nachvollziehen. Für mich persönlich ist keine stimmig.
Ich gehöre zu den grössten Angsthasen, die es gibt. Aber sich an etwas klammern, nur weil es schon immer so war, ist nicht gut.
Wenn etwas schlecht ist, muss es geändert werden. Und ja, ob die neue Richtung stimmt, kann nicht garantiert werden – das einzig Sichere ist: Wenn es beim Alten bleibt, kann es nicht besser werden. Und wenn es im Neuen auch wieder schlecht ist? Dann ist etwas gelernt, und es kann wieder verändert werden.
Spiritualität lebe ich aus vollem Herzen. Sie leitet und verbindet mich. Aber sich vom Irdischen abzukapseln, alles gutzuheissen – da geht das eigene Leben verloren. Feinstoffliches und Materie gehören zusammen.
Ich persönlich quelle über von Toleranz und Verständnis. Ein Miteinander statt ein Gegeneinander ist ein Grundwert von mir. Nur sehe ich, wie das oft falsch verstanden wird: Ich habe eine Meinung und wenn deine eine andere ist, ist sie falsch – das ist keine gelebte Freiheit, das ist Rücksichtslosigkeit.
Fühl dich frei, nimm Rücksicht auf die anderen. Drücke nicht deine Ideale jemand anderem auf.
Ich bin der Meinung, dass es nicht Entweder-oder gibt, sondern dass beides existiert – und die richtige Lösung ein Dazwischen ist, das sich immer wieder ändern kann. Du erkennst richtig: Das ist der Kern von Lagom.
Und genau deshalb ist Resilienz für mich einer der wichtigsten Bausteine von Lagom. Lagom heisst nicht, dass alles gut sein muss, damit es dir gut geht. Es heisst, dass du auch dann in deiner Mitte bleiben kannst, wenn es das nicht ist. Nicht auf Ruhe warten – sondern lernen, sie dir selbst zu geben, egal wie stürmisch es um dich herum wird. Das ist für mich gelebte Resilienz.

Sechs Säulen, unterschiedlich stark
Resilienz ist nicht einfach Resilienz.
Sechs Säulen bilden das Fundament, und bei jedem Menschen sind diese sechs Bereiche unterschiedlich stark ausgeprägt. Es gilt, für dich herauszufinden, wo du schon gut aufgestellt bist – und wo noch Trainingsaufbau nötig ist.
Die Resilienzforschung beschreibt sechs zentrale Fähigkeiten, die sich gegenseitig stützen:
Die Fähigkeit, dich selbst zu regulieren.
Eine realistisch-optimistische Grundhaltung.
Beziehungen, die dich auffangen.
Der Glaube an deine eigene Handlungsmacht.
Der Fokus auf das, was gestaltbar ist, statt auf das, was dich lähmt.
Und – vielleicht die tiefste von allen – die Klarheit über deine eigenen Werte, die dir auch dann Richtung geben, wenn draussen nichts mehr eindeutig ist.
Hör einmal in dich hinein. Welcher dieser sechs Punkte spricht dich besonders an? Wo, denkst du, bist du schon gut aufgestellt?
Und schau ehrlich hin: Wo hast du beim Lesen die Nase gerümpft oder innerlich geseufzt?
-> Das ist die Stelle, die du dir anschauen darfst – weil sie wahrscheinlich noch nicht so stark in dir ist, wie sie sein könnte. Gleich erfährst du einen möglichen ersten Schritt.
Jede dieser sechs Säulen verdient für sich einen eigenen Blick – das hebe ich mir für kommende Beiträge auf. Für heute reicht die Erkenntnis: Es sind keine abstrakten Konzepte. Es sind Fähigkeiten, die du in kleinen, alltäglichen Momenten trainierst. Räum ihnen bewusst Platz ein in den friedlichen, ruhigen Zeiten – damit du für die Krise gewappnet bist. Dort hast du keine Zeit mehr für Achtsamkeit und Training.

Resilienz ist keine neuartige Idee
In Geschichten finden wir genau diese Fähigkeit immer wieder beschrieben. Eine Sage möchte ich hervorheben: die Figur des Göttervaters Odin aus der nordischen Mythologie.
Ihm wurde der Untergang der Welt in der Schlacht um Ragnarök prophezeit. Anstatt verzweifelt aufzugeben, tat er alles in seiner Macht, um das Schicksal zu ändern. Das ist der Grund, weshalb er gefallene Krieger in Walhalla sammelt, um ein starkes Heer zu haben. Das ist der Grund, weshalb Odin durch die Welt zieht und sämtliches Wissen aufsammelt, das er finden kann. Und das ist der Grund, weshalb er nicht zu den beliebten Göttern gehört, sondern zu den gefürchteten: Odin handelte nicht für sich, sondern diente einem höheren Ziel und richtete sein ganzes Sein darauf aus.
Ein eindrücklichstes Beispiel dafür: Er wollte das Wissen über die Runen erhalten, denn sie bilden die Matrix der Welt. Dafür ging er so weit, einen Blutschwur abzulegen und sich neun Tage an den Weltenbaum Yggdrasil zu hängen – aus freiem Willen. An jedem einzelnen Tag lernte er etwas Neues, bis nach neun Tagen das Seil riss und Odin fiel. Neugeboren, in ein wissendes Leben.
Fühl einmal ehrlich in dich hinein. Fühlst du dich innerlich gewappnet? Hast du eine innere Ruhe und Zuversicht?
Jetzt ist die Zeit, deine Resilienz zu stärken – Säule für Säule. Den Anfang macht die Fähigkeit, dich selbst zu regulieren: die Essenz meines Programms Odins Weg.
Du lernst dein Nervensystem kennen, verstehst, warum du unter Anspannung stehst, und bekommst wirksame, alltagsnahe Körperübungen, mit denen du dich immer wieder beruhigen und deinen Kopf klären kannst.
Damit du für den Alltag – und die nächste Krise – gewappnet bist.




