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5 Missverständnisse über gesunde Ernährung und die eine simple Lösung

9. Juli
7 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 11. Aug.

5 Missverständnisse über gesunde Ernährung und die eine simple Lösung, Teller Salat für eine ausgewogene, gesunde Mahlzeit

Lass Nahrung deine Medizin und Medizin deine Nahrung sein. – Hippokrates


Isst du eigentlich gesund? Wahrscheinlich sagst du automatisch: ja, sicher.


Du kochst frisch. Du isst Gemüse. Fertigpizza hast du schon lange nicht mehr angerührt. So wie deine Mutter gekocht hat, so kochst du auch. Also isst du gesund.


Das ist der Trugschluss.


Gesunde Ernährung ist schwieriger geworden, als sie aussieht. Hier sind fünf Missverständnisse, die dich vermutlich schon einmal in die Irre geführt haben.



1. Gleiches Rezept, gleiche Nährstoffe


Auch wenn du exakt nach dem Rezept deiner Mutter kochst und dieselben Zutaten verwendest: Es sind nicht mehr dieselben Zutaten wie vor ein paar Jahrzehnten. Der Boden ist ausgelaugter. Die Landwirtschaft ist auf Ertrag statt auf Nährstoffdichte getrimmt.


Verarbeitung, Lagerung und Transport zehren zusätzlich. Gleichzeitig ist die Schadstoffbelastung gestiegen: Pestizide, Mikroplastik, Zusatzstoffe, die es vor fünfzig Jahren so nicht gab.


Deine Gewohnheiten sind dieselben wie früher. Die Welt rund um dein Essen ist es nicht mehr. Deshalb lohnt sich eine bewusste Auswahl der Produkte, mit einem Blick auf ihre Herkunft, und auch die Mengen dürfen sich anpassen.



Nicht mehr, nicht weniger. Für das richtige Mass gibt es ein Wort: Lagom.




2. Die Informationsflut zeigt dir die ganze Wahrheit


Du willst dich informieren, liest eine Quelle, fühlst dich bereichert, richtest dich danach aus. Du probierst das Sojajoghurt aus, es schmeckt, du baust es in deinen Alltag ein – nur um kurz darauf zu hören, Soja sei gefährlich und es sei eine Schande, dass es überhaupt als Lebensmittel gilt.


Studien überschlagen sich, jede Seite hat ihre Beweise. Was sich als Wissenschaft tarnt, wird beinahe zum Glaubenskrieg: Soja, Vegan, Zuckerfrei. Und mittendrin stehst du und willst eigentlich nur wissen, welches Joghurt du nun essen sollst.


Der Markt lebt von diesen Extremen, weil sich damit Trends aufbauen lassen. Er ist nicht an einer Lösung interessiert, und schon gar nicht an Klarheit. Eine Antwort auf die Frage, was gesunde Ernährung wirklich ist, findest du dort nicht – nicht, wenn Sichtbarkeit und Konsum das eigentliche Ziel deiner Quelle sind.



Was wäre, wenn die Lösung nicht im Entweder-oder steckt?




3. Was verkauft wird, ist automatisch sicher


An dieser Stelle muss ich dich enttäuschen. Nur weil etwas als Lebensmittel verkauft wird – das Süssgetränk am Kiosk, das belegte Brötchen beim Bäcker, das Frühstücksmüsli im Supermarkt oder auch das Proteinpulver im Onlineshop eines berühmten Influencers –, heisst das nicht, dass es deiner Gesundheit dient.


Frag dich, was das eigentliche Interesse deines Gegenübers ist. In der heutigen Wirtschaft lautet die Antwort meistens: Gewinn. Ein satter Kunde ist kein Konsument mehr. Viele Produkte geben dir zwar Nährstoffe, aber in einem Verhältnis, das nicht deiner Gesundheit dient: kurzkettiger Zucker, der dir kurzfristig mehr Energie gibt, dich dann in ein Tief fallen lässt – und dazu bringt, mehr zu kaufen.


Der Einzige, der wirklich Interesse an deiner Gesundheit hat, bist du selbst. Nimm diese Verantwortung gegenüber dir selbst ernst.



Der Schlüssel zur Freiheit ist die Frage: Was ist jetzt gerade stimmig für mich?





4. Es kommt nur darauf an, was du isst


Unser heutiger Lebensstil ist für den Menschen kaum artgerecht. Essen und Trinken sind rund um die Uhr erreichbar: der gefüllte Kühlschrank zu Hause, Läden und Restaurants mit langen Öffnungszeiten, Snackautomaten für unterwegs. Dabei zählt nicht nur, was du isst, sondern auch, wie.


Ein Süssgetränk zwischendurch ist grundsätzlich in Ordnung – Genuss tut dem Gemüt gut, daran ist nichts auszusetzen. Das Problem entsteht, wenn du dieses Getränk über einen halben Tag verteilt trinkst, immer wieder ein genussvolles Schlückchen. Dein Organismus wird dabei ständig neu angeregt.


Es beginnt schon im Mund: Deine Zähne bräuchten nach jedem Kontakt mit Zucker eine Stunde Pause, um ihre Schutzschicht wieder aufzubauen. Dein Insulinspiegel wird immer wieder aktiviert. Dein Körper kommt nicht zur Ruhe – dabei braucht er genau das: Rhythmus und klare Phasen von Essen, Verdauung, Verwertung.


Diese permanente Zufuhr ist nicht gut, egal ob es die Praline am Nachmittag ist, eine Handvoll Trockenfrüchte oder der Cappuccino zwischendurch.



Was wäre, wenn eine Tagesstruktur dir Freiheit gibt?





5. Gesund essen heisst, dass alles verboten ist


Essen versorgt dich nicht nur mit Energie. Es ist Kultur, Verbundenheit, Feiern. Es ist Trost nach einem harten Tag, Genuss am Wochenende, Belohnung für etwas, das du geschafft hast. Vielleicht hast du Angst vor gesunder Ernährung, weil ein Teil von dir glaubt, danach nie mehr unbeschwert an einer Geburtstagsfeier teilnehmen oder ein Stück Kuchen essen zu dürfen.


Dieser Gedanke ist nicht aus der Luft gegriffen. Ein Teil in dir glaubt das wirklich.


Askese ist keine gesunde Ernährung. Essen nährt dich auf mehreren Ebenen, nicht nur körperlich. Die Frage ist deshalb nie nur: Was darf ich essen? Sondern auch: Wie bleibt Genuss ein fester, bewusster Teil deines Alltags, ohne zur Kompensation für etwas anderes zu werden, das dir eigentlich fehlt?



Hast du dich in einem dieser Punkte wiedererkannt?



Bevor ich mich auf meine eigene Reise zu mehr Gesundheit gemacht habe, habe ich selbst alle fünf durchlebt. Besonders der fünfte Punkt war für mich lange schwierig, als mir bewusst wurde, wie gross dieser Hebel für meine Gesundheit ist. Eine Zeitlang habe ich mir fast alles verboten – und plötzlich wurden Einladungen bei Freunden, gemeinsames Ausgehen, selbst der Einkauf und die eigene Menüplanung zur Belastung.



Es hat gedauert, bis ich das für mich passende Mass gefunden habe.

Meine Lösung war: sowohl als auch. (Bleib dran, es lohnt sich.)




Es gibt keine kurze, allgemeingültige Antwort


Fragst du dich jetzt: Das mag alles stimmen, aber wie ernähre ich mich denn nun gesund? Hier muss ich dir einen weiteren Zahn ziehen: Es gibt keine kurze, allgemeingültige Antwort. Gesunde Ernährung ist dein persönlicher Weg.


Es gibt Leitplanken und Wegweiser – was für dich stimmt, ist individuell.


Im ersten Moment mag das mühsam klingen. Doch sobald du dich einmal mit dem Thema auseinandergesetzt hast, lässt du dich von keinem der fünf Punkte mehr verunsichern. Wenn du deine Essgewohnheiten anschaust, herausfindest, welche Lebensmittel dir guttun, deine Blutwerte kennst und deinen Alltag so gestaltest, dass er zu deinen Vorlieben und Bedürfnissen passt – dann gewinnst du mehr Energie, mehr Leichtigkeit, mehr Zeit, mehr Vitalität.


Klingt dir das noch zu pauschal? Zu Recht.

Deshalb ein konkretes Beispiel dafür, wie gross dieser Hebel wirklich ist.





Überdenke einmal dein "Normal"


Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Du isst wahrscheinlich oft dieselben Dinge, ohne dass es dir überhaupt auffällt. Und mit der Zeit werden auch die Reaktionen deines Körpers darauf zu deinem Normal. Du hinterfragst nicht. Du ziehst keine Verbindung.


  • Isst du jeden Morgen ein Brötchen zum Znüni – und hast danach regelmässig Magenschmerzen, ohne die beiden Dinge je miteinander verbunden zu haben?

  • Liebst du im Frühling die ersten Erdbeeren – und bemerkst danach gerötete Haut oder Herzrasen, ohne mehr dabei zu denken? War extra Rahm im Glace – und den ganzen Nachmittag läuft dir die Nase?

  • Isst du wenig Fleisch und Fisch, dafür umso mehr Käse, weil Protein ja wichtig ist – und ein leichter Husten begleitet dich schon lange, aber im Herbst ist ja sowieso jeder erkältet?

  • Dir fehlt Energie – normal, du hast ja viel um die Ohren und schlecht geschlafen.

  • Deine Haut ist unrein – wohl eine Stressphase, dafür gibt es Make-up.



Was, wenn genau diese Symptome der Hinweis wären, dass deine Ernährung nicht zu dir passt?

Was, wenn sie sich verbessern oder sogar ganz verschwinden könnten, sobald du weisst, woran es liegt?



Erdbeeren zum Beispiel sind ein histaminreiches Lebensmittel. Herzrasen und Hautrötung danach können ein Hinweis auf eine unerkannte Histaminintoleranz sein – die sich sonst still über Kopfschmerzen und schlechten Schlaf bemerkbar macht.


Rahmglace und viel Käse dagegen fördern Schleimbildung. Wer regelmässig davon isst, füttert damit oft genau den Husten und die endlosen Erkältungen, ohne die Verbindung je zu ziehen.


Und wer Fleisch, Fisch, Eier und Hülsenfrüchte meidet, weil Gemüse als die gesündere Wahl gilt, läuft Gefahr, unbemerkt in einen Proteinmangel zu rutschen – der sich genau als Energielosigkeit und unreine Haut zeigen kann.



Ernährung ist der Hebel, den allein du in der Hand hältst: mehr Lebensqualität, mehr Gesundheit, mehr Vitalität – nicht durch noch mehr Disziplin, sondern durch das Wissen, was dein Körper wirklich braucht und was ihm schadet.


Es gibt keine einzig wahre Formel. Nur Grundbausteine. Und dich, einzigartig, wie du bist.





Ernährungsberatung ist dein Wegweiser


Wem kannst du noch vertrauen?

Was ist nun für dich persönlich stimmig?

Wie gehst du vor, ohne dich zu überfordern?



Atme zuerst einmal tief ein und aus.

Du bist immer noch hier und liest diesen Text.


Du weisst nun um die Wichtigkeit des Themas und um die Möglichkeiten. Du bist motiviert. Nun geht es um einen sauberen Weg – nicht um eine kurze Diät, sondern um eine stimmige Lebensumstellung.


Weiter oben ist dir das Wort schon begegnet: Lagom.

Kein Ernährungstrend, sondern eine innere Haltung, die Leichtigkeit und Ruhe in dein Leben bringt. Ursprünglich ein schwedisches Prinzip, bedeutet es „nicht zu viel und nicht zu wenig, sondern genau richtig".


Das ist für mich persönlich der Schlüssel für nachhaltige Veränderung, für einen gesunden Lebensstil ohne Druck und Enge – und auch für eine nachhaltige Ernährungsberatung, die sich einfach in den Alltag einbauen lässt.


Lagom ist nicht fix. Es passt sich sowohl dir als auch den Umständen an. Wenn eine Phase stressiger ist, ist klar, dass nicht dieselbe Zeit in der Küche verbracht werden kann – keine Selbstvorwürfe notwendig. Auch in den Ferien erlaubt Lagom Genuss: Wenn du das „ungesunde" Menü wählst, aber mit Freude schlemmst, war es genau das, was du gebraucht hast. Doch Lagom hält dich im Mass. Wenn die stressige Phase vorbei ist, wird wieder frisch gekocht. Nach einem opulenten Menü wird am nächsten Tag etwas zurückgefahren und Darmfreundliches eingebaut.



In meiner Ernährungsberatung wird zuerst der Status quo festgehalten. Blinde Flecken werden so aufgedeckt: Wie viel wird wirklich gesnackt? Wie viel Gemüse wird wirklich gegessen? Fehlt Protein oder etwas anderes? Das machst du mit einem Ernährungstagebuch.



Danach werden kleine Veränderungen auf deine Gewohnheiten abgestimmt.

Keine übergestülpten Ernährungspläne, die dir gar nicht schmecken.

Kein Trendthema.

Keine Verbote oder Extreme.




Ich freu mich auf dich. Deine Corinne

Du gehst den Weg nicht allein.

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Entdecke deinen inneren Begleiter – und danach, alle zwei Wochen, das, was wirklich hilft.

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