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Ein Leben im Rhythmus der Natur - Bedeutung und Rituale der 8 Jahreskreisfeste

  • ctolotto
  • 10. Sept. 2025
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 9. Jan.

Jahreskreis, Rituale, Winter
„Die Natur ist niemals statisch. Sie verändert sich ständig. Alles ist im Wandel. Nichts hat Bestand. Alles ist dabei, entweder zu entstehen oder zu vergehen.“ ― Kilroy J. Oldster


Das Leben ist kein geradliniges Voranschreiten, sondern ein Kreisen auf einer Spirale. Alles befindet sich in wiederkehrenden Zyklen: Tag und Nacht, die Mondphasen und selbst das Jahr. Jede Jahreszeit trägt ihre eigene Energie in sich.


Seit der Industrialisierung entfernt sich der Mensch zunehmend von der Natur. Künstliches Licht stört unseren Schlafrhythmus, weltweiter Handel bringt uns Früchte auf den Tisch, die eigentlich saisonal gedacht waren. In unserer patriarchalen Gesellschaft gibt es scheinbar nur eine Energie: weiter, größer, schneller, höher. Statt aus dem Fenster zu schauen, starren wir auf Bildschirme. Unsere Häuser sind klimatisiert und beheizt. Wir sind abgeschottet vom Außen und verlieren so immer mehr unsere Wurzeln.


Doch tief in uns existiert die Erinnerung, dass wir Teil von allem sind – Teil der Natur und ihrer Gesetze. Und dieser Teil sehnt sich danach, wieder im Einklang mit dem Rhythmus der Jahreszeiten zu leben. Wenn du dich bewusst darauf einlässt, welche Energie gerade vorherrscht, wirst du dich leichter fühlen, stärker verbunden mit dem großen Ganzen und sicherer in dir selbst, weil du spürst: Du bist genau dort, wo du hingehörst.


Es gibt vier Sonnenfeste – die Winter- und Sommersonnenwende sowie die beiden Tagundnachtgleichen. Sie basieren auf astronomischen Wendepunkten und haben feste Daten.


Daneben gibt es vier Mondfeste – Imbolc, Beltane, Lammas und Samhain. Sie orientieren sich ursprünglich an den Mondphasen, können aber auch zu festen Terminen gefeiert werden. Diese Feste sind eng mit den Übergängen des Lebens und den Energien der Natur verbunden.


Wenn du die Jahreskreisfeste bewusst begehst, gewinnst du Momente der Achtsamkeit und Reflexion. Du stärkst deine Verbindung zur Natur, zu dir selbst und zu anderen. Du erfüllst dich mit Dankbarkeit und wirst daran erinnert, dass das Leben Höhen wie Tiefen kennt – und dass beides zum Kreislauf dazugehört.



  • In diesem Beitrag erfährst du:

    • Aus welchen acht Festen der Jahreskreis besteht

    • Was das Besondere an diesen Festen ist

    • Mit welchen Ritualen du sie ehren kannst

    • Wie Ragnar erklärt, was das Ganze mit Lagom zu tun hat



Samhain

Datum: 31. Oktober / 1. November

Bedeutung: Der Schleier zwischen den Welten ist dünn. Wir ehren unsere Ahnen und erkennen uns als Teil einer langen Kette des Lebens.

Zeitqualität: Die Kräfte der Natur ziehen sich zurück, die dunkle Jahreszeit beginnt.

Ritualimpulse: Erinnerungen an Verstorbene teilen, Ahnen-Geschichten erzählen, Zettel mit Loslass-Themen ins Feuer geben.

Farben: Schwarz, Grau, Orange.

Zentrale Frage: Was bleibt, wenn der äußere Glanz vergangen ist?



Wintersonnenwende (Julfest)

Datum: 21. Dezember

Bedeutung: Neues Leben entsteht aus der Dunkelheit. Aus dem tiefsten Winter wächst neues Licht.

Zeitqualität: Es ist die Zeit des Rückzugs, der Ruhe und der Einkehr.

Ritualimpulse: Lichter- oder Feuerrituale, einen alten und einen neuen Holzscheit verbrennen, Tannenbaum schmücken, Räuchern.

Zentrale Frage: Welche verborgenen Schätze möchten in mir ans Licht kommen?



Imbolc

Datum: 1./2. Februar

Bedeutung: Das Licht kehrt zurück, erste Samen erwachen. Göttin Brigid, Symbol für Inspiration und Heilung, wird geehrt.

Zeitqualität: Es ist noch Winter, doch das Licht gewinnt an Stärke. Hoffnung und Vorfreude sind spürbar. Es ist die ideale Zeit für eine Fastenkur.

Ritualimpulse: Kerzen anzünden, Hausreinigung, kleine Saaten pflanzen, Wünsche für das Jahr formulieren.

Farben: Weiß, Silber, zartes Grün.

Zentrale Frage: Was möchte in mir dieses Jahr neu geboren werden?



Ostara (Frühlings-Tagundnachtgleiche)

Datum: ca. 20./21. März

Bedeutung: Licht und Dunkel sind im Gleichgewicht. Es ist die Zeit des Erwachens, der Fruchtbarkeit und der Lebensfreude.

Zeitqualität: Knospen öffnen sich, Tiere bringen Nachwuchs, die Felder werden bestellt – alles ist im Erwachen.

Ritualimpulse: Eier bemalen, Samen säen, Bärlauch sammeln.

Farben: Grün, Rosa, Gelb.

Zentrale Frage: Wo brauche ich mehr Gleichgewicht in meinem Leben? Was brauchen meine Visionen, um zu keimen und zu wachsen?



Beltane (Walpurgisnacht)

Datum: 30. April / 1. Mai

Bedeutung: Fest der Liebe, Leidenschaft und Lebensfreude. Vereinigung von weiblicher und männlicher Energie.

Zeitqualität: Die Natur steht in voller Blüte. Es ist die Zeit, in die süße Welt der Sinne einzutauchen und das Leben in seiner Kraft zu feiern. Die Sonne verbindet sich mit der Erde.

Ritualimpulse: Maibaum setzen oder feiern, Tanz ums Feuer, Rituale für Liebe und Fruchtbarkeit, Blumenkränze flechten.

Farben: Rot (weiblich), Weiß (männlich), Grün.

Zentrale Frage: Wo darf in meinem Leben mehr Freude und Lebendigkeit einziehen?



Sommersonnenwende (Litha)

Datum: 20./21. Juni

Bedeutung: Höhepunkt des Jahres – es ist der längste Tag und die kürzeste Nacht.

Zeitqualität: Fülle, Ausgelassenheit, Dankbarkeit und gleichzeitig der Wendepunkt: Von nun an werden die Tage wieder kürzer.

Ritualimpulse: Sonnenaufgang begrüßen, barfuß durch Wiesen gehen, Johanniskrautöl ansetzen, Sonnwendfeuer entzünden.

Farben: Gold, Gelb, Orange.

Zentrale Frage: Wie kann ich die Fülle meines Lebens bewusst feiern? Welche Projekte kann ich umsetzen? Welche Entscheidungen sind zu treffen?



Lammas / Lughnasadh (Schnitterinnenfest)

Datum: 1. August

Bedeutung: Es ist das erste Erntefest. Im Kern geht es um Dankbarkeit und Teilen. Die Göttin erscheint als Schnitterin, die das reife Korn erntet.

Zeitqualität: Erste Früchte werden eingebracht – es ist die Zeit von Arbeit und Dankbarkeit zugleich.

Ritualimpulse: Brot backen, Dankbarkeitsritual für Nahrung und Fülle, symbolisches Schneiden von dem, was reif ist.

Farben: Gold, Ocker, Dunkelrot.

Zentrale Frage: Was in meinem Leben braucht einen „Schnitt“, also eine klare Ausrichtung?



Mabon (Herbst-Tagundnachtgleiche)

Datum: ca. 21./23. September

Bedeutung: Es ist das zweite Erntefest und läutet den Herbst ein. Es geht um Dankbarkeit für die Fülle und um die Vorbereitung auf den Winter. Licht und Dunkel sind erneut im Gleichgewicht.

Zeitqualität: Spätsommer geht in Herbst über, die Ernte ist fast abgeschlossen, die Tage werden merklich kürzer.

Ritualimpulse: Erntedank-Mandala legen, Ritual zum Loslassen zelebrieren, Vorräte anlegen, Dankbarkeitslisten schreiben.

Farben: Rot, Braun, Violett.

Zentrale Frage: Was darf ich loslassen, um leichter in die dunkle Jahreszeit zu gehen? Was ist in diesem Jahr zur Frucht gekommen?



Ragnar erklärt den Zusammenhang zu Lagom

Lagom, ein schwedisches Lebensprinzip, bedeutet: „Nicht zu viel und nicht zu wenig – genau richtig.“ Es ist eine Haltung der Balance, der Ausgeglichenheit und der Zufriedenheit.

Genau das spiegeln die Jahreskreisfeste wider: Sie laden uns ein, im richtigen Maß zu leben.

  • Im Frühling säen wir – und warten geduldig.

  • Im Sommer feiern wir – wissend, dass wieder Ruhezeiten kommen.

  • Im Herbst ernten wir – und teilen.

  • Im Winter ruhen wir – und schöpfen neue Kraft.


Die Jahreskreisfeste erinnern uns daran, dass das Leben ein Kreislauf ist. Lagom hilft uns, diesen Kreislauf nicht zu übertreiben, sondern in Harmonie mit ihm zu fließen.

Lebe Lagom – im Rhythmus des Jahres.


Wenn du die Jahreskreisfeste bewusst feierst, findest du Schritt für Schritt zurück in die Balance. Du erkennst: Alles hat seine Zeit – Aktivität und Ruhe, Licht und Dunkelheit, Neubeginn und Loslassen.Und vielleicht spürst du dabei, wie du dich nicht nur stärker mit der Natur verbindest – sondern auch mit dir selbst.

Lebe mehr Lagom

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