Nachhaltige Veränderung beginnt innen – wie Sein–Tun–Haben hilft, Ziele zu erreichen
- ctolotto
- 26. Jan.
- 4 Min. Lesezeit
Warum Veränderung im Aussen beginnt – und innen scheitert

„Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte. Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen. Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten. Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter. Achte auf Deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal.“ - Talmud
Besonders zum Jahresanfang sind sie überall: gute Vorsätze. Mehr Sport, gesünder essen, weniger Stress, ein vollereres Konto oder endlich diese eine Reise. Die Motivation ist gross – und doch zeigt sich jedes Jahr dasselbe Bild: Schon Mitte Januar sind rund 80 % der Vorsätze wieder verschwunden.
Laut einer Umfrage von YouGov wollten rund 25 % mehr Sport treiben, etwa 20 % gesünder essen, sparsamer leben oder Stress reduzieren. Alles sinnvolle Ziele. Und trotzdem scheitern sie so schnell. Warum fällt Veränderung selbst dann schwer, wenn sie uns guttun würde?
Es gibt dafür mehrere Gründe. Ein sehr bekannter sind Gewohnheiten. Heute möchte ich aber auf einen anderen, oft übersehenen Kern eingehen: die innere Reihenfolge, mit der wir Veränderung angehen.
Ziele erreichen: Warum Disziplin allein nicht reicht
Unbewusst folgen viele Vorsätze immer demselben Muster:
Wenn ich einen trainierten Körper habe, dann treibe ich Sport – und dann fühle ich mich attraktiv.
Wenn ich mein Traumhaus habe, dann gärtnere ich und bin geerdet und glücklich.
Wenn ich genug verdient habe, dann nehme ich mir eine Auszeit und reise nach Norwegen.
Die Logik dahinter lautet:
Haben → Tun → Sein
Zuerst muss sich im Aussen etwas verändern, damit wir motiviert sind, etwas zu tun. Und erst dann – so die Hoffnung – verändert sich unser inneres Erleben.
Das Problem: Diese Reihenfolge funktioniert langfristig nicht. Wenn keine innere Verbindung da ist, kein echtes Warum, bleibt jede neue Gewohnheit anstrengend. Sie fühlt sich wie ein Kampf gegen sich selbst an – und genau deshalb geben wir sie wieder auf.
Wünsche erfüllen durch Sein–Tun–Haben
Nachhaltige Veränderung beginnt nicht im Aussen, sondern im Inneren.
Sein → Tun → Haben
Das klingt zunächst simpel – vielleicht sogar abgedroschen. Doch dahinter steckt etwas sehr Bodenständiges.
Nehmen wir das Beispiel Körper und Gesundheit:
Wenn du deinem Körper mit Wertschätzung begegnest – nicht aus Zwang, sondern aus Dankbarkeit – verändert sich dein Verhalten fast von selbst. Ich spreche nicht von unrealistischer Body-Positivity oder vom Schönreden von Krankheit. Ich spreche von einer ehrlichen Anerkennung deiner körperlichen Hülle: davon, dass dein Körper dich jeden Tag trägt, heilt, atmet, fühlt. Dass dein Herz tausende Male täglich für dich schlägt. Dass er dich dieses Leben überhaupt erleben lässt.
Aus dieser Haltung heraus willst du dich bewegen. Du willst nährstoffreich essen. Nicht, weil du musst, sondern weil es sich stimmig anfühlt. Das Tun folgt dem Sein – und das Ergebnis ist ein gesunderer, ausgeglichenerer Körper.
Nicht als Belohnung. Sondern als logische Konsequenz.

Feinstofflich und grobstofflich – verständlich statt abgehoben
Vielleicht fragst du dich jetzt: Klingt schön, aber was hat das mit der Realität zu tun?
Sehr viel.
Alles, was heute greifbar ist – jedes Haus, jedes Buch, jedes Produkt – begann als etwas Nicht-Sichtbares: eine Idee, ein Gedanke, eine innere Entscheidung. Erst später wurde daraus Materie.
Man kann es schlicht so ausdrücken:
Innen kommt vor aussen.
Oder etwas technischer: Das Feinstoffliche (Gedanken, Überzeugungen, Identität) gibt die Richtung vor, das Grobstoffliche (Handlungen, Ergebnisse) folgt.
Das ist keine Magie. Es ist Alltag.
Wenn du innerlich davon überzeugt bist, dass du es nicht wert bist, wird kein Sparplan der Welt dauerhaft halten. Wenn du innerlich weisst, wer du sein willst, finden sich Wege fast automatisch.
Nicht weil das Universum Wünsche errät – sondern weil du anders wahrnimmst, entscheidest und handelst.
Lagom: das richtige Mass finden
Diese Sichtweise ist anspruchsvoll. Und nein – ich lebe sie auch nicht perfekt.
Ich selbst bin mit meiner aktuellen Wohnsituation unzufrieden. Meine Koffer stehen innerlich schon bereit. Ich sehne mich nach meinem wirklichen Zuhause. Und trotzdem weiss ich: Solange es in mir unklar ist, kann es im Aussen nicht stabil werden.
Also stelle ich mir – ganz im Sinne von Lagom – die ehrliche Frage:
Was will ich wirklich?Wer will ich sein?Was gehört zu meiner Identität – und was nicht?
Reisende oder Sesshafte? Nähe oder Rückzug? Weite oder Verwurzelung?
Erst wenn dieses Ich bin klarer wird, ergeben sich die nächsten Schritte. Nicht hektisch, nicht überfordernd – sondern im richtigen Mass.
Die Weisheit von Ragnar
Mein Kater Ragnar lebt Sein – Tun – Haben ganz selbstverständlich.
Er ist hungrig. Also jagt er – oder fordert sehr überzeugend seine Brekkies ein. Danach hat er einen vollen Magen. Kein Grübeln, kein Abwägen, kein schlechtes Gewissen.
Sein Zustand bestimmt sein Handeln. Und das Ergebnis folgt logisch.
Wir Menschen machen es oft unnötig kompliziert.

Dein Vorsatz, neu gedacht
Wenn du dir das nächste Mal etwas wünschst oder einen Vorsatz fasst, frage dich nicht zuerst wie du es erreichen willst, sondern:
Warum will ich das?
Wer möchte ich dadurch sein?
Wie würde diese Person heute handeln – ganz konkret?
Dann bist du bereits unterwegs. Und vielleicht ist genau das der Moment, in dem sich dein Wunsch zu erfüllen beginnt.
Nicht plötzlich. Sondern stimmig.
Und jetzt du.
An welcher Veränderung in deinem Leben stehst du gerade?Zu welchem Thema wünschst du dir vertiefenden Blog-Input oder eine neue Perspektive?
Ich lese jede Nachricht – und freue mich sehr, von dir zu hören.



