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Warum Fasten dein Leben verändern kann – meine ehrliche Erfahrung

  • ctolotto
  • 12. Jan.
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 14. Jan.

Verzicht, Autophagie und innere Klarheit nach sechs Tagen Fastenkur


Gemüsesaft, Löffel in Suppe

„Fasten macht bewusster. Es unterbricht unsere Verhaltensmuster.“— Françoise Wilhelmi de Toledo

Ich schreibe diesen Artikel an meinem sechsten Fastentag. Letztes Jahr habe ich bereits einmal eine Woche nach der klassischen Buchinger-Methode gefastet. Damals war es ein einziger Kampf. Ich habe durchgehalten, aber ich habe auch gelitten und war am Ende mehr ausgezehrt als gestärkt. Mein Antrieb war nicht Gesundheit, sondern Ego: Ich wollte mir selbst beweisen, dass ich es kann, dass ich tough bin und durchhalte. Offenbar gehöre ich zu den rund dreissig Prozent der Menschen, die kein sogenanntes Fastenhigh erleben. Entsprechend zäh und unerquicklich war diese Erfahrung.

Dieses Jahr ist es anders. Ich habe meine Herangehensweise verändert. Ich bin achtsamer, sanfter und ehrlicher mit mir. Ich faste nicht mehr, weil es gut klingt, sondern weil ich es wirklich für mich tue. Nein, es ist nicht schön – im Gegenteil, es ist oft richtig doof. Aber es ist richtig.



Warum ich mich für das Fasten entschieden habe


Unser Körper ist ein Wunderwerk. Was wir ihm zuführen, wird zerlegt, verwertet und in unsere Zellen eingebaut. Erschaffen wir ihm dauerhaft nur „Schrott“, kann er keine gesunden Strukturen bilden. In jeder Sekunde entstehen Millionen neuer Zellen – eine unvorstellbare Leistung. Doch was geschieht mit den alten?

Hier greift ein zentraler Prozess: die Autophagie. Alte oder beschädigte Zellbestandteile werden zerlegt und wiederverwertet, sofern der Körper Zeit dafür hat. Doch wenn wir permanent essen, ist er ununterbrochen mit Verdauung beschäftigt. Für gründliche Reinigung bleibt kaum Raum. Belastende Stoffe, die nicht schnell ausgeschieden werden können, werden notdürftig eingelagert. Die Priorität des Körpers lautet: Überleben vor Gesundheit.

Fasten schenkt ihm genau diesen fehlenden Raum – einen inneren Frühjahrsputz für Leber, Darm und Zellen.


Es gibt viele Formen des Fastens: Intervallfasten, 5:2, Kurzzeitfasten, Heilfasten. Ich habe mich bewusst für eine zeitlich begrenzte Fastenkur entschieden. Die klassische Buchinger-Methode mit Tee, Honig, etwas Gemüsesaft und klarer Brühe ist für mich in ihrer reinen Form zu radikal. Diese extrem kleinen Mengen haben letztes Jahr nicht funktioniert. Deshalb habe ich mein diesjähriges Fasten angepasst – nicht aus Bequemlichkeit, sondern aus Verantwortung mir selbst gegenüber.


An dieser Stelle ist mir wichtig zu sagen: Dies ist mein persönlicher Erfahrungsbericht und keine allgemeine Anleitung. Bestimmte Menschen sollten aus gesundheitlichen Gründen nicht fasten, darunter Schwangere und Stillende, Menschen mit Diabetes Typ 1, starken Blutzuckerschwankungen oder bestimmte Medikamenteneinnahmen. Im Zweifel gehört ein Fasten immer ärztlich begleitet.


Rote Katze schlafend

Während ich das schreibe, liegt übrigens mein Kater Ragnar neben mir auf dem Stuhl – und macht auf seine Weise ebenfalls „Fasten“. In den letzten Monaten habe ich ihm sein Fummelbrett oft einfach vollgefüllt, und er hat geschlemmt. Mit der winterlichen Bewegungsunlust wurde aus meinem stolzen Kater eine sehr stattliche Erscheinung. Also bekommt er jetzt abgewogenes, hochwertiges Futter nach Empfehlung. Und siehe da: Er braucht gar nicht mehr. Sein Nacken ist bereits wieder schön definiert. Ich glaube ehrlich, dass ihm diese neue Ordnung guttut. Während ich das schreibe, hebt er den Kopf, als hätte er diese Erkenntnis verstanden – und als würde er ahnen, dass dieses „Fasten“ bei ihm wohl kein temporäres Projekt bleibt.



Was sind die Vorteile


Fasten wirkt auf vielen Ebenen gleichzeitig. Zu den wichtigsten Vorteilen zählen:

  • Aktivierung der Autophagie und Zellreinigung

  • Entlastung von Leber, Darm und Stoffwechsel

  • verbesserte Insulinsensitivität

  • Reduktion von Entzündungsprozessen

  • mentale Klarheit und gesteigerte Achtsamkeit

  • bewussterer Umgang mit Nahrung und Bedürfnissen

  • emotionale Stabilisierung nach der Anpassungsphase



Meine bisherigen Entdeckungen


Fasten ist kein Spaziergang. Ich denke ständig ans Essen, mein Bauch meldet sich zuverlässig im Halbstundentakt und protestiert lautstark. Die ersten Tage waren besonders hart: Kopfschmerzen, Müdigkeit, Kreislauf, unreine Haut, emotionale Dünnhäutigkeit. Die Zündschnur ist kürzer, die Geduld mit der Welt begrenzt.

Und trotzdem passiert etwas Entscheidendes. Ich werde ruhiger. Klarer. Ich nehme meinen Körper und mein Innenleben feiner wahr. Mein Alltag wird langsamer, bewusster, wärmer. Ich baue Rituale ein, für die sonst kein Platz ist: Fussbad, Sauna, Lesen am Nachmittag, frühes Zubettgehen. Mein Körper fühlt sich leichter und drahtiger an – nicht als Diäterfolg, sondern als Folge innerer Ordnung. Die Zahl auf der Waage sinkt zwar, aber sie ist nicht das Ziel.

Teller Suppe zru Fastenzeit

Was niemand anspricht


Fasten macht keinen Spass. Die ersten drei Tage sind in der Umstellungsphase die schlimmsten, danach ist es aber immer noch zehrend. Es ist zermürbend. Es geht an die Substanz. Nur etwa siebzig Prozent der Menschen erleben das viel zitierte Fastenhigh. Für alle anderen ist es schlicht Arbeit – körperlich, emotional und mental.



Fastenrezepte, die dich durchhalten lassen


Bei den wenigen kargen Mahlzeiten ist Geschmack und Nährstoffdichte entscheidend. Meine zwei liebsten Saftkombinationen ergeben jeweils etwa 8 dl Saft:


Saft 1

2 Knollen Rote Bete

2 grosse Äpfel

1 Birne

½ cm Ingwer

6 Handvoll Federkohl

1 TL Zimt


Saft 2

4 Handvoll Spinat

3 grosse Rüebli

1 grosser Apfel

2 Birnen

1 Handvoll Sprossen



Wie ich mein Fasten lagom gestalte


Mein Ziel ist es, die Autophagie anzuregen und meinem Körper Gutes zu tun. Deshalb habe ich mein Fasten so angepasst, dass es für mich tragbar bleibt. Mittags trinke ich rund sieben bis acht Deziliter Gemüsesaft, abends esse ich zwei Schüsseln Suppe mit Gemüse und genügend gutem Öl. Zusätzlich unterstütze ich meinen Körper mit Bitterstoffen, Stoffwechseltee und morgens einem Glas Heilerde.

Ich arbeite langsamer, setze weniger Druck, habe kaum soziale Verpflichtungen und schenke mir bewusst mehr Pausen. Fasten bedeutet für mich vor allem: Raum schaffen.



Und jetzt bist du dran

Fasten muss nicht zwingend Essen betreffen. Überall dort, wo du aus dem Gleichgewicht geraten bist, kann zeitweiser Verzicht heilsam sein: Handyfasten, Kaffeefasten, Social-Media-Fasten, Süssigkeitenfasten, Gossipfasten oder Fernseherfasten.

Januar und Februar sind perfekte Monate für einen inneren Neustart.


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