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Freya – Göttin der Liebe, Magie und des Schicksals

  • vor 3 Tagen
  • 5 Min. Lesezeit

Warum Freitag der 13. ein vergessener Feiertag ist


Freya nordische Göttin- Namensgeberin von Freitag


Der Freitag, der 13., gilt bis heute als Unglückstag.Viele spüren an diesem Datum ein leises Unbehagen – oft, ohne genau sagen zu können, warum. Dieses Gefühl ist kein Zufall. Sein Ursprung liegt nicht im Aberglauben, sondern in einem tiefgreifenden kulturellen Wandel: der Christianisierung Europas.


Um ein neues Glaubenssystem zu festigen, war es notwendig, ältere Strukturen zu überformen. Vor allem weiblich geprägte Vorstellungen von Spiritualität, Zyklus und Verbindung zur Anderswelt wurden dabei schrittweise abgewertet oder umgedeutet. Neben einem alleinigen, männlichen Gott sollte nichts Gleichwertiges bestehen bleiben.

Die Zahl 13 galt in vorchristlicher Zeit als Zahl der Weiblichkeit. Dreizehn Mondzyklen begleiten das Jahr, und der Mond war Sinnbild des weiblichen Zyklus, des Werdens und Vergehens. Der Freitag wiederum war Freya geweiht – Göttin der Liebe, der Magie und oberste Völva, Hellseherin und Wanderin zwischen den Welten. Ihre Macht lag nicht im Befehlen, sondern im Lauschen, Empfangen und Deuten.


Auch Freyas Bild wurde im Laufe der Zeit verzerrt. Ihr Streitwagen wurde von Katzen gezogen – Tiere, die später, besonders in schwarzer Gestalt, zu Symbolen des Unheils und der Hexerei erklärt wurden. Was einst für Schutz, Sinnlichkeit und magische Nähe stand, wurde zum Warnzeichen umgedeutet.


Wenn sich also beim Gedanken an den Freitag, den 13., ein inneres Zögern oder ein seltsames Gefühl meldet, dann ist das vielleicht kein Zeichen von Angst, sondern von Erinnerung.Vielleicht lohnt es sich, diesen Tag nicht als Unglücksmoment zu betrachten, sondern als das, was er in seinem Ursprung war: ein Tag der weiblichen Kraft.

Ein Tag, der Freya gehört.


Und damit beginnt ihre Sage.

Rune Berkano, ein bestandteil von Brisingamen, Freyas Schmuck


Freya und die Macht, vor der selbst Odin zitterte


Bevor Brísingamen ein Halsband war, war es ein Schwur.

Tief unter der Erde, dort, wo kein Sonnenlicht je war, lebten vier Zwerge – die Brísingar. Sie waren keine freundlichen Handwerker, sondern Hüter verbotenen Wissens. Sie kannten Metalle, die aus gefallenen Sternen stammten, und Runen, die selbst die Nornen nur flüsternd aussprachen.


Eines Tages erschien die Göttin Freya bei ihnen.Nicht geschmückt, nicht lächelnd.Sie kam weinend.

Denn Odur war verschwunden, ihr Geliebter, und mit ihm ein Teil ihres Wesens. Ihre Tränen fielen auf den Höhlenboden – und wo sie ihn berührten, erstarrten sie zu Gold. Dieses Gold war anders: warm, lebendig, voller Sehnsucht. Die Zwerge erkannten die Macht sofort.

Sie schmiedeten aus Freyas Tränen, Sternenmetall und Runen, die Bindung, Begehren und Tod vereinten, ein Halsband, mächtiger als alle Waffen aus ihrer Schmiede. Freya war gefesselt vom Anblick des prunkvollen Schmuckes. Sie streckte die Hand danach aus, doch die Brísingar zogen die Kette zurück.


„Was wollt ihr für diese Kette?“

„Wie viel ist sie dir wert?“

„Gold und Silber, so viel ihr tragen könnt.“

Die Zwerge schüttelten die Köpfe.„Gold bedeutet uns nichts. Ausserdem verkaufen wir keine unfertige Ware.“

„Wie könnt ihr dieses wunderschöne Schmuckstück als unfertig bezeichnen?“

„Siehst du es nicht, Göttin der Liebe? Ihm fehlt das, wovon du zu viel hast. Wenn du bereit bist, den Preis zu zahlen, können wir aus dieser leeren Kette das Fundament deiner Macht bauen – eine Macht, vor der Mensch und Gott auf die Knie sinken. Doch dafür braucht die Kette eine Seele. Sei dir gewahr, Göttin: Das Opfer ist hoch. Du wirst für immer gebunden sein.“


Ausdruckslos sah Freya in ihre ernsten Gesichter.

„Was ist euer Preis?“


Und so konnte Brísingamen zum Leben erwachen: durch vier Nächte, vier Schwüre und Freyas freiwillige Hingabe. Nicht aus Lust allein – sondern als Opfer. Mit jeder Nacht wurde ein Teil ihres Schmerzes, ihrer Liebe und ihrer Wut in das Halsband eingeschlossen.

Als sie es schliesslich anlegte, heisst es, bebte Yggdrasil. Denn Brísingamen war geboren als etwas, das es zuvor nicht gegeben hatte: ein Artefakt, das Liebe nicht heilte, sondern unsterblich machte. Es blendete nicht nur durch Schönheit, sondern machte durch Verlangen hörig.


Loki erfuhr nach Freyas Rückkehr nach Asgard von ihrem Handeln und erzählte es Odin. Der Göttervater schauerte vor Angst. Durch Brísingamen war seine eigene Macht gefährdet. So viel er auch wusste und sah mit seinem einen Auge – Vergangenheit und Zukunftsstränge –, eines entzog sich seiner Kontrolle: die Liebe. Liebe handelt nicht aus Berechnung, und deshalb kann der Allvater sie nicht sehen. Odin befahl Loki, Brísingamen zu stehlen.


Doch wie sollte dies gelingen?

Brísingamen verstärkte Freyas hellseherische Fähigkeiten und schützte sie vor gezielten Angriffen. Doch Loki, der Gott des Chaos, ist nicht gezielt. Loki ist Willkür. Er greift dort an, wo sich andere unantastbar fühlen.

So schlich er sich in der Nacht als Fliege in Freyas Schlafgemach. Eine Fliege ist eine lästige Störung, keine bedrohliche Attacke. Und so stahl der listige Gott die Kette und brachte sie Odin.



Als Freya erwachte und das Fehlen des Halsbandes bemerkte, wusste sie sofort, wer dahintersteckte. Mit kaltem Blick schritt sie auf Odin zu, der auf seinem Thron sass und auf sie wartete.


„Was ist dein Preis?“

Odin lächelte kalt.

„Ein ewiger Krieg zwischen zwei mächtigen Königreichen.“

Freya nickte. Und so geschah es.



Doch Odin gab ihr Brísingamen nicht zurück, weil er es versprochen hatte. Insgeheim hatte er versucht, die Kette selbst zu benutzen. Doch der Schmuck entzog sich ihm. Wer Brísingamen trägt, kann das Schicksal nicht beherrschen – nur tiefer darin verstrickt werden. Und Odin, der alles opferte, fürchtete nur eines: gebunden zu sein.


Von da an war Freya nicht mehr nur Göttin der Liebe, der Fruchtbarkeit und der Hellsicht. Sie verlangte die Hälfte der gefallenen Krieger. Als Kriegs- und Todesgöttin kam sie vor Odin mit ihren schwarz gekleideten Walküren auf die Schlachtfelder herab und wandelte zwischen den Toten.


Es heisst, sie wählte jene, die aus Rache kämpften, aus verbotener Liebe starben oder im Kampf gezögert hatten. Nicht die lautesten Kämpfer, sondern die Zerrissensten. Sie wurden nach Fólkvangr geführt, wo sie weiterkämpften und erwachten.

So entstand neben Odins grossem Heer, das sich auf Ragnarök vorbereitete, ein weiteres. Freya führte diese Männer und Frauen an – nicht für Ordnung oder Ruhm, sondern für Leidenschaft, Verlust und den Preis der Freiheit.


Freya ist eine der mächtigsten Gestalten der nordischen Mythologie, weil sie Gegensätze nicht auflöst, sondern vereint. Liebe und Tod, Begehren und Verantwortung, Magie und Konsequenz gehören bei ihr untrennbar zusammen. Ihre Macht liegt nicht im Beherrschen des Schicksals, sondern im bewussten Tragen seiner Folgen.


tiwaz, rune die in brisingamen eingeflochten ist, freyas schmuck

Warum Freya noch heute zählt


Bis heute hinterlässt ihre Verehrung Spuren: im Freitag, der ihren Namen trägt, in alten Ortsnamen, in Volksglauben, in der Figur der Seherin, der Hexe, der unabhängigen Frau. Auch dort, wo ihr Bild verzerrt wurde, ist sie nie ganz verschwunden.


Freya erinnert uns daran, dass wahre Stärke nicht darin liegt, ungebunden zu sein, sondern darin, eine Bindung zu wählen. Dass Balance nicht Verzicht bedeutet, sondern das rechte Mass – Lagom – zwischen Hingabe und Selbstbestimmung.

Vielleicht ist das ihr grösstes Vermächtnis: dass Liebe, Freiheit und Macht ihren Preis haben –und dass es Würde braucht, ihn zu tragen.





Wenn dich Freyas Geschichte berührt hat, teile den Text mit Menschen, die sich für alte Mythen und ihre Spuren in der Gegenwart interessieren.

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