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Verpflegung unterwegs - Der ideale Aufbau für deine Trekkingverpflegung


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Man soll dem Leib etwas Gutes bieten, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen.

Winston Churchill


Mit grossem Interesse verfolge ich Reiseberichte. Am meisten interessiert mich immer die Vorbereitung: Sind Alternativrouten geplant? Was ist als Ausrüstung dabei, wie die Notfallapotheke bestückt? Welches Kartenmaterial wird genutzt? Gab es ein Aufbautraining?

Und für mich persönlich die spannendste Frage:

Wie stellten sie den Reiseproviant zusammen?


Beim Outdooressen gibt es verschiedene- ich will fast sagen - Glaubensgemeinschaften:

  • Für die Asketen genügen 2 Kilo Reis und eine Tube Tomatenmark.

  • Für die Mathematiker zählen die nackten Zahlen: Welche Kalorienanzahl wird benötigt und welches Produkt enthält diese? So findet sich in ihrem Rucksack nur Snickers und andere Schokoriegel.

  • Für die Gearteckfreaks sind sämtliche Fertigmischungen und Notrationen gut.

Die Vorteile liegen auf der Hand: günstig, schnell besorgt, schon beim Kauf ergibt sich der Outdoorkick.

Doch die Kehrseite wiegt schwer: einseitiges Essen führt zu Mangelernährung und schwächt deinen Körper. Nach einer Woche Marsch wirst du kaum etwas davon merken, weil dein Körper in den Überlebensmodus wechselt, doch auf längere Zeit ist dies nicht zu empfehlen.


Trekkingmenus haben in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht und auch ihr Sortiment an Diäten und Allergiefreundlichkeit angepasst. Doch die hohen Kosten und der viele Müll sind nicht zu unterschätzen.

Für mich persönlich liegt die Magie des Draussenlebens in ihrer Einfachheit. Plötzlich sind Alltagssorgen vergessen. Das Einzige, was wichtig ist, sind die Grundbedürfnisse des Lebens: Essen, Trinken, Schlafen.



Für mich ist unterwegs Essen sowohl Genuss als auch Motivation.

An einem stürmischen und verregneten Tag eine heisse Bouillon zu trinken, lässt die Lebensgeister in jeder Zelle aufjubeln.

In einem kilometerlangen, nassen Geröllfeld kann ein Biss Schokolade einem bis zum Ende durchhalten lassen.

Der Grund am Morgen aus dem Schlafsack zu kriechen, ist die Vorfreude auf mein Berrytastic-Müsli.

Wenn alle Annehmlichkeiten auf ein Minimum beschränkt sind, wird Essen plötzlich zu einer Priorität.

So let’s feast!

Pro Wandertag verbrauchst du ungefähr 2500 bis 3000 kcal. Deine körperlichen Voraussetzungen und der Schweregrad, sowie die Länge deiner Tour lassen einen gewissen Spielraum.

Dein Körper benötigt 3 Grundnährstoffe: Proteine, Kohlenhydrate und Fette. Dazu kommen Wasser, Vitamine und Mineralstoffe.

Meine Kriterien an Trekkingverpflegung sind:

Gewicht

Ich trage meine Ausrüstung über mehrere Wochen mit mir herum. Da wird über jedes Gramm nachgedacht.


Genuss und Abwechslung

Essen lässt mich die schmerzenden Schultern vergessen und die Blasen an den Füssen nicht mehr spüren. Essen bedeutet für mich Ansporn und Belohnung.


Portionierbar, schnell und ressourcenschonend zubereitet

Die Frage ist nicht, ob schlechtes Wetter eintrifft, sondern nur wann. An kalten und nassen Tagen gibt es tagsüber keine langen Pausen. Meine Tagesration enthält deshalb fix einen Teil, den ich sofort essen kann ohne unnötigen Stopp oder Zubereitungszeit. Ich muss auch im Vorfeld wissen, wieviel Gas ich auf einer Tour zum Kochen verbrauche. Je schneller das Essen gar ist, desto weniger Gewicht muss ich mittragen.


Sättigend und gesund

Trekkingessen muss meinen Körper mit allem versorgen, was er braucht. Mein Körper erbringt Hochleistung, da will ich keinen Verschleiss wegen schlechter oder falscher Ernährung.


Nach jeder grösseren Tour habe ich Anpassungen für meinen Proviant vorgenommen. Für mich persönlich hat sich die folgende Zusammenstellung als ideal erwiesen:

  • 1 Müsli (80g)

  • 2 Tee/Bouillonwürfel (5g)

  • 1 Riegel (50g)

  • 1/2 Pack Nüsse (50g)

  • 1 warme Mahlzeit (250g)

  • 1 Dessert (50g)

  • Total 485 g pro Tag

Wichtige Anmerkung: Ich esse gerne und viel. Es kann sein, dass du die Mengen für dich anpassen musst, weil du schlicht weniger benötigst. Beachte jedoch, dass nach wenigen Tagen der sogenannte Hiking-Hunger beginnt, weil dein Körper merkt, dass er mehr leisten muss.

Auch ist wichtig zu erwähnen, dass ich hauptsächlich durch den Norden Skandinaviens streife. Schneefelder und niedrige Temperaturen, kalte Flussquerungen und eisige Winde sind dort auch im Sommer anzutreffen. Deshalb sind für mich Heissgetränke und ein Teil warme Mahlzeiten ein Muss. Wanderst du in südlichen Gegenden, kannst du vielleicht auch hier Anpassungen vornehmen.

Mit diesem Aufbau ist Vielfalt gegeben: sowohl in Geschmack, als auch Konsistenz.

Meine Art des Trekkingessens bedarf genauer Planung und langer Vorbereitung.

Wie du sämtliche benötigten Nährstoffe in dein Trekkingessen einbaust und wie die einzelnen Menus mischst und zubereitest, erfährst du in den nächsten Beiträgen.

Lebe mehr Lagom


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